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Erstaunlich, was bei dem Gericht „Tote Oma“ alles so
vermutet wird. Doch auch wenn es die DDR-Nostalgiger für sich vereinnahmen,
stimmt es nicht, dass dieses Gericht in der DDR entstanden ist. Im armen
Mecklenburg/Pommern war das schon immer ein typisches „Beerdigungsessen“ und der Name
stammt wohl aus diesem Zusammenhang. Die Bezeichnung „Verkehrsunfall“ dürfte
allerdings erst in den DDR-Betriebskantinen entstanden sein.
- Kleine Pellkartoffeln kochen.
- Sauerkraut. In einem Tiegel 80g Speckwürfel langsam ausbraten, bis sie
leicht zu rauchen anfangen. Dann das abgetropfte Kraut hinzugeben
(Vorsicht spritzt) und garschmoren lassen.
- 50g grobe Speckwürfel in der Pfanne auslassen. Darin eine grob gewürfelte
Zwiebel bräunen. Dann 200g Grützwurst dazu - evtl. auch Leberwurst.
1TL Majoran, 1TL Thymian, Pfeffer
aus der Mühle, 1 Prise Zucker – umrühren. Aufblubbern lassen, ein
bisschen anbraten. Vorsicht – brennt leicht an.
Alles zusammen auf einen Teller geben.
Dazu gibt es ein Pils und hinterher wegen des
Wohlbefindens und der relativ fetten Wurst einen eiskalten Klaren.
Ein literarisches Denkmal
hat übrigens der Schriftsteller Benito Wogatzki in seinem Buch "Das
Narrenfell" diesem Gericht gesetzt: Der Held Ulli Wuttke, der seinen Lohn
von den örtlichen Bauern in Form einer Mittagsmahlzeit erhält, bekommt eben
jene Topfwurst eines glücklichen Tages (die Geschichte spielt kurz nach dem
Krieg) vorgesetzt.
Zitat
von Heiko Streich: "Die Schilderung des Verzehrs zieht sich über
zwei Buchseiten hin und ist so atemberaubend naturalistisch, dass man danach
leise aufstoßen muss und sich verschämt die fettigen Mundwinkel abwischt..."
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